Die Edition Hedwig Dohm ist die erste kommentierte Gesamtausgabe von Dohms Werken. Herausgegeben wird die Edition von der Historikerin Nikola Müller M.A. und der Literaturwissenschaftlerin Dr. Isabel Rohner. Sie erscheint im trafo Verlag Berlin. Das Editionsdesign stammt von der Schweizer Grafik-Künstlerin Marion Kähler.
Als Auftakt zur Edition - pünktlich zu Hedwig Dohms 175. Geburtstag 2006 - erschien der Sammelband "Ausgewählte Texte" (Rezension), der einen Querschnitt durch Dohms umfangreiches Schaffen zeigt (Novellen, Briefe, Polemiken, Feuilletons).
Pressestimmen:
"Sollte in keiner Bibliothek eines feministisch interessierten Menschen fehlen"
Literaturkritik, Ausgabe 9, September 2006
"Als Einstieg in die Gesamtausgabe eignet sich das vorliegende Lesebuch besonders gut,
weil die Textauswahl die ungewöhnlich vielseitige Schaffenswelt
Hedwig Dohms eindrucksvoll darstellt."
Ariadne, Nr. 51, Mai 2007
Noch im Hedwig-Dohm-Jahr 2006 folgte auf den Jubiläumsband der Roman "Sibilla Dalmar"
(1896, Rezension), der einen Skandal in der Münchener Gesellschaft verursachte,
vermutete man doch in der Protagonistin ein Abbild von Hedwig Pringsheim, die nicht nur Dohms älteste Tochter, sondern auch Thomas Manns Schwiegermutter und zudem ein Star der Münchener Szene
war.
2007 erschien der Roman "Schicksale einer Seele" (1899, Rezension), der in der bisherigen Forschung fälschlicherweise als Autobiografie der Autorin gelesen wurde. 2008 wurde
die Roman-Trilogie mit "Christa Ruland" (1902, Rezension) vervollständigt.
Alle Bände enthalten außerdem eine ausführliche Einleitung und einen Anhang mit Kommentaren und zeitgenössischen
Rezensionen.
Mit der Briefedition "Briefe aus dem Krähwinkel" (erschienen 2009, Rezension) wurden erstmals 100 bisher unveröffentlichte Briefe von Hedwig Dohm zugänglich gemacht, viele davon in ihrer Dachwohnung geschrieben, die sie, ganz typisch für sie, "Krähwinkel" nennt. Sie sind an AdressatInnen gerichtet wie Maximilian Harden, Fritz Mauthner, Rosika Schwimmer, Gabriele Reuter und Ferdinand Lassalle.
In Arbeit sind aktuell zwei Bände mit Feuilletons, die von Texten gegen den Antifeminismus über Rezensionen und Zeitglossen bis hin zu pazifistischen Anti-Kriegs-Stücken
reichen und viele bisher völlig unbekannte Werke beinhalten. Der erste Band "Feuilletons 1877-1903" ist im September 2016 (Rezension) erschienen.
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(Dr. Wolfgang Weist)
Nikola Müller M.A., geboren 1966 in Bremen, studierte Geschichte und Germanistik in Bremen mit den Schwerpunkten Women/Gender Studies, Frauen- und Geschlechtergeschichte, feministische Geschichtstheorien und Queer Theories. Ihre Magistraarbeit "Hedwig Dohm (1831-1919). Eine kommentierte Bibliografie" ist im Jahr 2000 bei trafo Berlin erschienen, außerdem im selben Jahr bei Leske + Budrich der Tagungsband "Subjekt und Erkenntnis. Einsichten in feministische Theoriebildungen", für den sie Autorin und Mitherausgeberin war. Sie hat im Arbeitskreis Historische Frauen- und Geschlechterforschung und im Zentrum für feministische Studien, beide Uni Bremen, sowie im Projekt "Frauen und Wahnsinn" eines Bremer Krankenhauses gearbeitet und die Hedwig-Hintze-Gesellschaft in Bremen mitgegründet. Nach einem Volontariat zur Bildredakteurin leitete sie zwanzig Jahre lang den internationalen Vertrieb einer Fotoagentur in Köln. Seit 2023 ist sie zurück in Bremen und dort bei einem sozialen Träger für die Kommunikation zuständig.
Dr. phil. Isabel Rohner, 1979 in St.Gallen CH geboren, studierte an den Universitäten Zürich und Köln Germanistik, Philosophie und Romanistik. Neben dem Studium jobbte sie in der freien Theaterszene und bei der Zeitschrift EMMA sowie als freie Mitarbeiterin zweier Presseagenturen in Paris und Mailand. Sie war wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Uni Gießen und Lehrbeauftragte in Koblenz, promovierte über die Werkrezeption von Hedwig Dohm und schrieb "Spuren ins Jetzt. Hedwig Dohm - eine Biografie" (erschienen 2010 im Ulrike Helmer Verlag). Von 2008 bis 2013 baute sie die politische Kommunikation der FernUniversität in Hagen mit auf, dann wechselte sie zu einem Spitzenverband der deutschen Wirtschaft, zunächst als Referentin Hochschulpolitik, inzwischen als Referatsleiterin für Berufsbildung.
Von Rohner außerdem erschienen: "100 Jahre Frauenwahlrecht. Ziel erreicht! ... und weiter?" (zusammen mit Rebecca Beerheide, 2017 im Ulrike Helmer Verlag) und "50
Jahre Frauenwahlrecht. 25 Frauen über Demokratie, Macht und Gleichberechtigung" (zus. mit Irène Schäppi, 2020 im Limmat Verlag) - und inzwischen fünf höchst lesenswerte Kriminalromane...
Homepage www.isabelrohner.com